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05.10.17

Für die Mehrheit steigen die Prämien der Krankenkassen überdurchschnittlich

aktualisiert*: 10. Oktober 2017

Für die Berechnung des durchschnittlichen Prämienanstiegs wird oft das Standardmodell mit der tiefsten Franchise verwendet. Der Haken? Nur eine Minderheit ist mit diesem Modell versichert. Die meisten haben bereits ein alternatives Modell oder eine höhere Franchise gewählt. Und genau diese Prämien schlagen im nächsten Jahr meist mehr als 4% auf. Gerade für Kinder erhöhen sich die durchschnittlichen Prämien in einigen Kantonen um bis zu 16%.

Die in diesem Bericht verwendeten Zahlen zum Versichertenbestand (2016) und den Prämien der Schweizer Krankenkassen (2018, ungewichtet) stammen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Letzte Woche kommunizierte der Bundesrat einen durchschnittlichen Prämienaufschlag von 4%. Dies gilt für Erwachsene mit dem Standardmodell und der tiefsten Franchise. Dieses Modell betrifft jedoch nur rund 14% der ganzen Schweizer Bevölkerung und knapp 19% der Menschen, die älter als 25 Jahre sind. Zwei Drittel der in der Schweiz lebenden Personen sind durch ein alternatives Modell wie HMO, Hausarzt oder Telmed versichert. Diese Prämien schlagen im nächsten Jahr meist überdurchschnittlich stark auf.


Überdurchschnittlicher Anstieg der Prämien für Kinder unter 19 Jahren
Der grösste durchschnittliche Anstieg ist bei den Prämien für Kinder bis 18 Jahren zu finden. Das HMO-Modell mit der höchsten Franchise schlägt in den Kantonen Schaffhausen, Neuenburg und Graubünden um über 12% auf, in Fribourg gar 16%. 10% der Kinder sind über das HMO-Modell versichert und mehr als ein Drittel der Kinder über ein Hausarzt-Modell. Dieses schlägt mit der höchsten Franchise über alle Kantone um 6.5% auf. Die Aufschläge der tiefsten Franchise bewegen sich durchschnittlich um die 4%. Je nach Kanton und Modell können die Aufschläge aber auch tiefer oder um einiges höher ausfallen.


Für die meisten jungen Erwachsenen steigen die Prämien durchschnittlich zwischen 5 und 6.5%
Drei Viertel der jungen Erwachsenen (19–25 Jahre) sind über ein alternatives Modell versichert. Ein Zehntel hat das HMO-Modell gewählt, das mit der tiefsten Franchise durchschnittlich um 6.3% aufschlägt. Die grössten Erhöhungen (12–14%) erfolgen in den Kantonen Fribourg, Jura, Neuenburg und Wallis. 40.9% sind über das Hausarzt-Modell versichert, das durchschnittlich um 5.1% und in einigen Kantonen bis zu 8% zunimmt.


Auch die alternativen Modelle und höheren Franchisen für Erwachsene steigen stärker
Am geringsten fallen die Aufschläge beim Telmed-Modell aus. Für die tiefste Franchise sind es 3.5 und für die höchste 3.8% im Durchschnitt über alle Kantone. 36.4% der Erwachsenen nutzen ein Hausarzt-Modell. Dieses nimmt je nach Kanton durchschnittlich um 2.3–9.5% zu. Mit der Franchise 300 schlagen die alternativen Modelle für Erwachsene über die ganze Schweiz im Durchschnitt um 4.3% auf. Mit der höchsten Franchise sind es 4.7%.


Fazit
Allgemein zeigt sich, dass sich besonders die günstigeren Prämien, also die alternativen Modelle und die höheren Franchisen um einiges mehr aufschlagen. Die tatsächlichen Aufschläge sind jedoch stark vom Wohnkanton und dem Modell abhängig. Fest steht, dass für die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung der durchschnittliche Aufschlag um einiges höher als 4% ausfällt.


Aufschläge ersichtlich im neuen Krankenkassenrechner von dschungelkompass
Im letzten Jahr testweise aufgeschaltet, wurde der neue Krankenkassenrechner von dschungelkompass.ch für dieses Jahr nochmals verbessert und erweitert. Anders als bei klassischen Vergleichsdiensten zeigt dschungelkompass für jedes Modell und Franchise die jährlichen Aufschläge bis zu fünf Jahre zurück (sofern Daten vorhanden sind). So sieht jeder Interessierte gleich, wie sich die Prämien verändert haben. Natürlich findet der Vergleichsrechner auch einfach die günstigsten Preise für das Jahr 2018, sogar unter Einbezug der optimalen Franchise anhand der tatsächlichen Gesundheitskosten der letzten Jahre.


* Unterschied zur ersten Version:
Die Prämien der Kinder sind je nach Anbieter von der Anzahl Kinder in der Familie abhängig. Um Verwirrungen zu vermeiden, werden in dieser Version nur die Prämien des ersten Kindes untersucht.

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